Die Menschen sind immer mehr gewohnt, Daten in Webbrowser einzugeben. Die Architektur von Browseranwendungen tendiert zu Minimalismus – ein im Grunde guter Ansatz. Warum diese Technologie nicht für Office-Anwendungen verwenden?

Insbesondere wenn es darum geht, lokal unabhängig zu arbeiten, haben solche Anwendungen ihre Vorteile. Sie müssen auf keinem Gerät installiert werden – so gut wie jedes Gerät hat einen Browser (also so ein Programm, mit dem man normalerweise Internetseiten ansieht – wie Edge, Chrome, Firefox und andere). Man kann die Anwendung „responsive“ gestalten, so dass sie auf fast jedem Gerät gut zu bedienen ist, also auf PCs, aber auch auf Tablets oder Handys.

Über Log-In-Systeme wird die Zusammenarbeit geregelt, so dass jedes Office seine eigenen Daten bearbeitet, nicht die der anderen.

Die Datensicherheit wird über Verschlüsselung geregelt, sowie über Zugangsbegrenzungen zur zentralen Datenbank (IP-Restriktionen).

Die Daten können sowohl lokal gespeichert werden – beispielsweise aus Datenschutzgründen, als auch in einer zentralen Datenbank, auf die alle Anwender Zugriff haben. Mischformen sind möglich.

Was spricht dagegen?

Wenig.

Der Browser kann nicht auf lokale Systemressourcen zugreifen. Das heißt, dass beispielsweise durch das Programm kein Ordner im Windows-Dateisystem angelegt werden kann. Andererseits war das ja auch nicht das Ziel des geschilderten dezentralen Ansatzes. Das Anlegen von Ordnern oder die Erstellung von beispielsweise Rechnungen kann online erfolgen, Dateien werden dann auf dem Webserver gespeichert und bei Bedarf lokal downgeloaded, oder ausgedruckt.

Ansonsten käme als Alternative die Kombination der dezentralen Anwendung mit einem lokalen Teil infrage.

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Oft ist da der Gedanke, dass man gern eine Anwendung auf dem eigenen Computer hätte, damit, wenn das Internet einmal ausfällt, die Arbeit weitergehen kann. Aber .. das kann sie im Grunde auch mit einer solchen Webbrowserlösung. Denn der allgegenwärtige Browser ist das UI (das User Interface, also die Benutzeroberfläche), und die Daten können auch lokal gehostet werden, ebenso wie die Businesslogik.

Man könnte auch beides – also sowohl lokal wie auch webbasiert hosten. Wie gesagt, die Webdaten sind nicht mehr erreichbar wenn das Internet ausfällt. Jedoch können ja die Daten, je nachdem ob sie zentral benötigt werden oder nicht, auch lokal vorliegen. Und, zumindest übergangsweise, würde man dann stets mit den lokalen Daten weiterarbeiten können.